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System der Technik / von August Koelle
Entstehung
Seite
17
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Sitten und das Fortschreiten in Wissenschaften und ge-lehrter Bildung, verringern das Ansehen dieses Standes.Alle Eitelkeit legt sich nun auf die Erlangung einer ge-lehrten Bildung, und der Gelehrte betrachtet die Ge-werbe, wenn sie gleich Künste heißen mögen, doch nurwie Handwerke, im Gegensatze seiner Geistes werke.Entfernt von den Werkstätten glaubt er, daß bloßeHandgeschicklichkeit ohne Geistestalent der Hebel verErwerbsthätigkeit sey. Bei dem Wechsel der Zeitver-haltnissc sinken die Zünfte, von ihren ehemaligen großenVorzügen entblößt, unmittelbar nach ihrer höchstenBlüthe wieder zurück.

Die Wissenschaft, als Abstraktion des Lebens, haltsich nun für das Höchste, für selbstständig, und kenntkeinen andern Zweck, als sich selbst. Aber gerade durchdas Bestreben, sich Alles unterzuordnen, kommt sienach lange bestandener Jsolirung wieder zu dem Lebenzurück. Die Bearbeitung der Naturwissenschaften zeigtevon selbst den Weg zu den Gewerben. Man fand,daß das ganze Gewerbswesen nur zwei Factvren habe,Mechanik und Chemie, oder Metamorphose der Gestaltund des Inhaltes, und daß alle Gebilde der Technikdurch Natur und Kunst begrenzt würden. Diese Be-arbeitung der Technik durch die Wissenschaftschuf eine neue Periode des Erwerbslebens, welchedessen gänzlichen Verfall aufhielt und es mit neuerSchwungkraft beseelte. Die einzelnen Gewerbe wurdenwissenschaftlich bearbeitet. Aber wie die Wissenschaftnur nach und nach von ihrer Eitelkeit Herabstieg, so

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