172 Löwe.
von dem Löwen der alten Welt genugsam Eterscheidet, weshalb ich unten noch besonders vo»ihm reden werde.
Man rühmt an dem Löwen eben keine sch^fen Sinne. Seine Augen sind gegen helle lich^strahlen zu empfindlich, daher er nur bey mat>tcm Lichte, in der Dämmerung, gut sehen ka>M'Bewundernswürdig aber ist seine Starke, wenehe in jeder Muskel sichtbar wird, wen» dasThier in Zorn geräth. Mit seinen Tatzen sch^Zer große Thiere sogleich zu Boden und in sEneu» Rachen schleppt er sie fort. Mit seiiwMSchwänze schleudert er furchtbar um sich. 3 '"Gefühle seiner Stärke scheue er die größten?«^re nicht, und verachtet die kleinen und scsiw^chcn. Es verdrießt ihn, um eines kleinen Raubeswillen aufzustehen, aber er ist behende,einen Bsistfel nieder zu reißen. Sein gewöhnlicher Gang mlangsam und stolz, nach seiner Beute abespringt er in raschen und weiten Sätzenir bis 15 Schuhen. In der Regel bewejlser viel Grimm und Blutgierde. Im Zorne rich^ret er seinen Schwanz in die Höhe und schlagmir demselben gewaltsam auf die Erde, ha'wmit seinen scharfen Tatzen wüthend in denRaub oder auf den' Boden, fletschet furchdardie Zahne, läßt eine schrecklich murrendeme boren, rümpft die Nase und drohet Tod undVerderben mir seinen funkeldcn Augen.
Dessen ungeachtet erzählt man viel voseiner Sanftmuch und Großmuth. Es ist rvah /haß er in der Zagend sich zähmen und sich "die Menschen einiger maßen gewöhnenso daß die Wärter und zuweilen auchseute ihn ohne Gefahr anfassen, oderHand in seinen Rachen stecken können.