Band 
Ein und achtzigster Theil, von Lothse bis Lustgebüsch.
Seite
173
JPEG-Download
 

Löwe.

-7Z

der Löwe wirb doch nie so sanftmäthig als derHund, und er ist nie ganz zu trauen. Beson-ders soll dann seine Freundschaft ein Ende ha-den, wenn er durch sein Lecken mir der schar-ren Zunge *) die Haut abstreift und Blutsseht oder schmeckt, welches seine Raubbcgierde^gleich rxge macht. Man erzählt, daß ein Be-dienter mit dem Löwen seines Herrn sehr ver-mut lebte, und sich durch keine Warnung zur^orsichr bewegen ließ, weil er dein schmeicheln-den Lecken des Löwen traute; er ward aber einstdes Nachtö in den Klauen des Löwen fast ganzderzehrr gefunden. — Es ist ferner wahr, daßder Löwe manchmahl vor Menschen vorbey geht,?^ue sie anzufallen, daß er eine Mutter mit^rein Kinde verschont hat, die wehklagend undilltcrnd sich ihm näherte, um ihr auf der Flucht»drück gebliebenes Kind wo möglich zu retten;über eines Theils pflegen die mchrsten wildenMere überhaupt nur im großenHunger die Men-anzufallen, und andern Theils ist aus ein-^men Beyspielen kein Schluß zu ziehen, dennhat auf der andern' Seite auch wieder^eyspiele, daß der Löwe Weiber und Kinder ge-messen hat.

Sehr voreilig ist die Behauptung, daß der, "'e eine besondere Großmuth gegen die KinderNe^!v>' solche Großmuth liegt nicht in sei»

lies und wenn er gesättigt ein Kind

atm so ist ihm dieß nicht als Verdienst

^»«rechnen. Wahr ist eS indessen, daß der!ö-le wesentliche Dienste, welche man ihm er-zeigt,

) Eöwen Zunq« iß mir vielen hvrnartigenStvchel»»vn Linien lan, besetzt, »vmit «r das Ltelsch

"" »en Knvchea lecken kann.