Band 
Vier und achtzigster Theil, von Mantel bis Marmorwaaren.
Seite
329
JPEG-Download
 

Märgel.

Z2<-

Margel mehrentheils aus Thon, bringt man nuneine solche Art von Marge! auf Felder, welchearm an Kalkerde und reich an Kieselerde sind,so wird man seinen Zweck verfehlen und den ge-wünschten Nutzen nicht erhalten.

Der gelbe und fahle Mrrgel besitzet vieleKalkcrde, mithin solche Bestandtheile," welcheden strengen und feuchten Boden zum Pflanzen,baue verbessern können, dahingegen der schwarzekaum den zten oder 6ten Theil so viel Kalkerdeenthalt/ folglich, wenn dieser letztere auf solcheFelder gebracht wird, welche großen Mangel anden angezeigten Erdarten leiden, so ist nichts na-türlicher, als daß die Aernten geringe ausfallen,und es ergicbt sich auch hieraus, wie nothwen-dig es sen, daß ein Landwirth die Bestandtheileseiner Felder, seiner Dungmittel und die Na-tur der Pflanzen oder aller derjenigen Früchte,die er zu bauen gedenkt, kennen müsse, umdurch richtige Anwendung der Düngemittel hier-aus allen möglichen Vortheil zu ziehen, .wie manaus dem folgenden mit mehrerm ersehen wird.

Von den Wirkungen des Märgcls, dieman sich vordem sehr unrichtig vorgestellt hat,indem man dem Mangel eine eigentlich düngendeKraft zuschrieb, muß ich hier bemerken, daß eri) ein leichtes oder lockeres Feld in eine gemä-ßigtere Schwere und Festigkeit versetzt; 2 ) dieüberflüssige Feuchtigkeit dem Felde benimmt unddadurch das bessere Wachsthum des Getreidesbefördert; z) daß er einige Unkräuter rc. aus-rottet, wovon der Grund ist, weil der Marge!dem Unkraute den Thon, als sein größtes Be-dürfniß entzieht, oder denselben durch die Ver-mischung mit den Kalktheilen doch lockerer macht.

X 5 Ein-