Marien-Glas.
38r
wider Wind und Regen zu schützen, und umden Augen ein farbiges Licht darzustellen. Mitdem undurchsichtigen schwarzen Marienglase wis-sen russische Künstler, Kästchen zu Sprelmarkenund für den Putzlisch dei^ Damen, artig zu be-legen.
„Außer dem Russischen Reiche ist der Ver-brauch dieser Waare nicht groß. Bcn den Ver-größerungsgläsern legt man kleine Gegenständezwischen dünne Blatter von Marienglas, um sieden Linsen näher zu bringen, als unter Glasmöglich wäre. Bey manchem NürnbergischenSpielzeuge findet man zuweilen etwas start desGlases angebracht. Etwas ist auch wohl zu denbestaubten Tapeten, als diese noch Mode waren,gebraucht worden, wozu denn die Bruchstücke,welche zu kleinen Schuppen zertheilt wurden,gut genug waren. Inzwischen ward dazu docham meisten das Katzensilber, welches in vielenGegenden von Deutschland vorkommt, oder auchder nürnbergijche Streusand, welcher aus metal-lischen geplätteten und angelaufenen Heilspähnenbesteht, gebraucht. Eine andere Anwendung hatbor einigen Jahren Pallas *) angegeben, welcheso nutzbar ist, daß sie hier einer Erwähnun-und Empfehlung verdient. Anstatt daß manGlaset, worin thierische Theile in Weingeist auf-bewahrt werden sollen, mit Deckeln, die müh-sam aus Glastafeln gemacht sind, zudeckt, kannMan viel leichter, wohlfeiler und besser solcheDeckel, aus dünnem Marienglase, mit der Sche-re selbst zuschneiden, und sie mit einem Küsteauf den Gläsern befestigen. Eine sechsjährige
Neue »»rdische Beyträge. S ^6.