Marktschreyer. 6oz
und wuchern fleißig unter Vornehmem und Ge-ringern bey beyderley Geschlecht. Andere sindChirurguö-Wittwen, die wenigstens noch VomirNve, Purganzen und Pflaster geben, und dabeydas Andenken ihres seeiigen Mannes zur Beglau,ölgung immer wieder zurück rufen.
Eine niedrige Classe sind die Hebammen,welche an sich schon glauben, ein näheres Rechtzur Medizin zn haben, und deshalb so viel pfu-schen, als kaum zu sagen ist. Blieben sie bloßbey den Rathschlägen, die das Verhalten derSchwängern und Wöchnerinnen betrifft, unddazu sie auch in guten Hebammen InstitutenAnleitung erhalten: so könnte cö ihnen zugelas-sen werden. Allein sie behandeln nicht selten dasweibliche und männliche Geschlecht unter allenVerhältnissen, geben für alle Krankheiten Mit-tel, und verderben eine unzählige Menge Men-schen. Eine geheime Miene, eine graue Erfah-rung scheint sie dazu zu berechtigen. Das Zu-trauen der Wöchnerinnen, und anderer Perso-nen, die sie behandelt haben, scheint ihnen ihrenCredit zn geben, wobey sie sich durch eine prah-lerische Geschwätzigkeit von ihren großen KurenNnd durch Verachtung und Geringschätzung derAerzte mehr zu heben wissen. Und ihre meistenArzeneyen sind doch ein Wust und Mischmaschdort Mitteln, die sie nicht kennen, und die,wenn sie auch nicht schadeten, doch auch nichtshelfen können.
Außer den unglücklichen Wöchnerinnen, dievon dergleichen unbesonnenen Hebammen hinge-vpfert werden, stiften manche von ihnen auch vielUnheil an, indem sie schändlicher Weise unter^m Verwände, das Monathliche zu befördern,bereu sind, bey ledigen Weibspersonen dieFrucht