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Marktschreyer. 609
tet sie niemand mehr betrügt, als dieser, weiler gewiß gut darauf studiert hat, wo und wieer seines Gleichen betrügen soll. Er kennt dieSchwächen seines blinden Nächsten, kennt denDunst, womit er ihn umhüllen kann, dass erseine Betrügereien nicht sieht, kennt auch dieSchlupfwinkel ihm zu entwischen, im Hall ersich verrathen sollte. Ferner glaubt der geblen-dete Bauer: dieser Bauern-Dokior besieht dochden Urin, prophezcyhet dir daianö solche schreckli-che Dinge, die dir noch kein Doktor gesagt hat.Er muß also viel gelehrter scvn als ein Docker,»der hak die übernatürliche Weisheit von obenherab, das ihm vielleicht berPftischer schon über-redet hat, oder durch andere schon hat verbrei-ten lassen. Diesen schändlichen Deckmant-l derSehciligtcn Religion gebrauchen sie oft zu ihremBortheil lind täuschen dadurch die kurzschendenHft'benmenschen. Dazu kommt endlich noch dasBornrtheil der Wohlftilheit. Sie nehmen zu-teilen freylich weniger, aber richten eö weislichso ein, daß die Patienten oft wieder kommenwüsten, und das thun,sie auch, so bald sie nurein Fünkchen von Besserung sehen, das sie beyhinein rechtlichen Arzte so leicht nicht thun»Berechnen sie am Ende die öfrcrn Bezahlungen,ihre Wege und Versäumnisse, dann beträgt eSgewiß mehr, als wenn sie zu dem rechtlichenÄrzte nur etlichcmahl gegangen waren. —
Um nun den Leuten das Zutrauen zu deNBiarktschrenern und Quacksalbern aller Art, siesften vorschliche und boshafte Betrüger, oderötnstfertige Pfuscher und Pfuscherumen, dir"us Mitleiden und gutem Willen ihre unbeson-nenen Rathschläge und Mittel allen aufzudrins^ 8en suchen, so viel möglich zu benehmen, so sn-t. kechnol. Enc. I.XXL1V. <!,, Qq chE