MüMschreyer. 6r§
Rath fragt. Beyderley Landärzte aber werden so be-scheiden und redlich seyn, in schweren und lang-wierigen Krankheiten, bey eingewurzelten Ue-beln, zweifelhaften Fällen, ihre Kranken zu ge-lehrten Aerzten selbst hinzuweisen, auch ihnen inRakhfragung derselben durch schriftliche Berichtebehülflich zu seyn. und dann ihren Vorschriftengenaue Folge zu leisten. Wie glücklich wärenolle Stände und Ordnungen der menschlichen Ge-sellschaft, wenn ein jeder seinen Posten, der ihmangewiesen ist, treu in Acht nähmet
Dann aber auch zwcytcns können verstän-dige Männer, die sich im geringsten nicht un<-terwinden Aerzte zu seyn, ihrem Hause und ih-ren Freunden bey aller Gelegenheit manchen ver-nünftigen allgemeinen Rath ertheilen, nicht al-lein um sich vor Krankheiten zu verwahren, son,dem auch selbst in Krankheiten sich gehörig zuVerhalten. Selbst die Schuljugend wird gele-gentlich belehrt, oder sollte es wenigstens, welchelebcnüart und Vorsicht zur Erhaltung der Ge-sundheit diensam sey. Schullehrer, Acltcrn, undalle, die mit der Jugend umgehen, versäumenbillig nicht, ihnen beyzubringen, wie nöthig dieMäßigkeit, die Arbeitsamkeit und Reinlichkeitunserm menschlichen Leben sey. Man przahle ih->Uen, wie schädlich alle schnelle Veränderungenoder alle geschwinde Abwechselungen der HitzeMit der Kälte; des heißen Durstes mit einemkalten Trunke; des Hungers mit gar zu gierigerVollstopfung des Magens; und wie jeder garäu plötzliche Uebecgang von dem einen zum an-dern von gefährlichen Folgen sey. Man erzähleschon den Schulkindern, wie gesund die freyesufr, die Leibeöbcwegung und die frühe Abhär-tung des Leibes im kalten Wasser und in rau-
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