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Marktschreyer. 6:7
sich des eigenmächtigen Gebrauchs starker schweiß-treibender Mittel enthalte; daß man keinem Kran-ken mit Branntewein und anderin verdorbenenWeine denke etwas zu gute zu thun. Solcheallgemeine Erinnerungen wird jeder Arzt billigenund bestätigen; solche Narhgcbungcn der Vec«ständigen können manches leben erhalten.—
Von Seiten der -Obrigkeit ist man zwarin vielen Ländern schon lange auf das Unheilaufmerksam geworden, das durch Marktschreyerund Quacksalber aller Art unrer dem Volke an-gerichtet wurde, und man gab häufig Verord-nungen, die das freye Herumziehen und Ausste-hen in Dörfern und Städten beschrankten; alleindergleichen Verordnungen geriethen entweder baldwieder in Vergessenheit, oder sie waren auchnicht bestimmt genug, so daß das herumziehendeGesmdcl noch immer unter gewissen Bedingun-gen freyes Spiel behielte. In manchen Landernist nur befohlen, daß die Marktschreyer sich beydem Phyftkus deö Orts (wo sie mit ihren heil-losen Mischungen und blindlings ausgetheiltenMitteln diese und jene Einwohner vergiften wol-len) melden, dem ihre Mittel zeigen, und vonihm, wenn er nichts dagegen einzuwenden hat,durch Erlegung gewisser Gebühren den Erlaub-nißschein einlösen sollen, öffentlich ausstehen ZUdürfen. Dadurch wird auf der einen Seite derPhysikuS aber offenbar in Versuchung geführt,seines Vortheils wegen durch die Finger zu se-hen; und auf der andern wird es unmöglich sey«,es zu verhüten, daß der Quaclsalber nicht hun-dert andere Dinge verkauft, die der Physikusnicht gesehen hat; und selbst die Sachen, dieihm vorgezeigt sind, gescbt wenn es auch keinesehr gefährliche Sachen oder eigentliche Gifte
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