Mühle.
Im, sehr wenige davon ausgenommen, werden dieMühlsteine strahlenweise geschärft, und zwar so,daß nach dem alten Schlendrian, vielleicht schonseit Jahrhunderten, auf einer der beyden Steineeines Mehlganges gerade Linien (Hauschläge), aufder andern aber etwas gebogene Strahlen gesetztwerden, und zwar so, als in der Fig. 580z be-merket ist. Das Schärfen der Mühlsteine wirdzwar wegen der Beschaffenheit der mancherley Ar-ten von Mühlsteinen, mit verschiedenen Benennun-gen belegt, als z. B. die märkische, die einschlägi-ge, die zweyschlägige; — im Grunde ist es abernur eine Schärfe, und der Unterschied besteht bloßdarin, daß die Linien (Hauschläge) weiter oder en-ger, und dabey tiefer oder flacher auf den Steinaufgesetzt werden. Man bemerkt zwar an nichtwenigen Orten Schärfen beyder Mühlsteine einesMehlganges, wo die Hauschläge weder sehr gera-de, noch viel gebogen sind, und denen man viel-leicht gar keine Benennung geben kann; allein dieRede ist hier nicht von diesen Stellen allein, undvon Personen, die kaum etwa» von diesem, obgleicheines der wichtigsten Geschäfte des Mühlwksenswissen, sondern von der Schärfe, so wie selbige imAllgemeinen bey den mehresten anzutreffen ist.
Vermittelst der auf den Steinen gesetztenSchärfe werden dieselben nicht allein in den Standgesetzt, das Getreide zu zermalmen, sondern es wirdauch dadurch den Steinen das Vermögen und dieFertigkeit ertheilt, das Material auf eine mehr oderweniger nützliche Art vor jenen heraus zu führen.Je besser, zweckmäßiger und dem Umlauf des Steinsangemessener nun die Schärfe gefertiget ist, undVie Herausbringung des Materials bewerkstelligetwird, desto nützlicher und mit wenigerm Zeitverlustvermahlt man auch das Getreide, wenn es nähm-