Mühle. 225
gen sind, noch so v«2 Mehlthcilchen in den Kleyengelassen wurden, daß ein Backer, Nahmens Ma-rin, der sich vor einigen und vierzig Jahren zuNangis, ir Meilen von Paris, niederließ, wederGetreide noch Mehl kaufen durfte; er kaufte nurdie fetten Kleyen auf, und zog den Gries heraus;diesen ließ er durchwählen, und bück Brot daraus.Und eben dieser Bäcker zu Nangis stand im Ruafe, daß" er das beste Brot in der Gegend bücke.
Man hat also die Methode, den Pries vonden Kleyen zu sondern und wieder zu mahlen, mirRecht die lVIoururs economicsue oder die wirth-schaftliche Mahlart genannt, weil man dabey mehr,auch besseres Mehl aus dem Getreide zieht, wofernman nur nicht das Aufschütten zu oft wiederhohlel^wie es in der Folge erkläret werden soll.
Als ein Beyspiel, wie sehr man vor etwa150 Jahren in der Kunst der Müller in Frank-reich noch zurück war, ist nur zu merken, daß derGries, von dem man heut zu Tage weiß, daß erdas schönste Mehl giebt, im Jahre 1658 als eineSache, die viel zu schlecht sey, in den menschlichenKörper hinein zu gehen, verbothen worden ist:„Es wird allen Bäckern, sowohl Meistern als aus-wärtigen verbothen, keine Kleyen wieder durchwäh-len zu lassen, um nachher Brot daraus zu backenuud zuzubereiten; indem die Kleyen viel zu schlechtsind, in den menschlichen Körper zu kommen, beyStrafe 48 parisische Pfund an Golde." *).
Schon im Jahre 1546 kam ein Befehl vomOberrichter des Chatelet heraus, wodurch den Bä-ckern
*) So heißt es in dem - 4 steu Artikel der alten Backord-nung. Deck mann vermuthet indessen, daß dieses Ver-both «ine andere Ursache gehabt Haie, wie es im vorher-gehenden Theile S- ;6 in der Not« bemerkt worden.
Vec. rechn. Enc. XLVl. Theil. P