Mühle. 285
erwähnten Feuchtkastcn auf den trockenen Weihengeschüttet, und mit demselben gehörig gemengt, daßein Korn so viel Nasse bekommt, als das andere.
Auf diese Art und Weise könnte man mitallem Weihen verfahren, wenn derselbe nicht soverschieden wäre, theils in Ansehung der Trocken-heit und Feuchtigkeit, theils in Ansehung der voll-kommenen und dürftigen Körner, und man sichüberdies nicht auch nach der Jahreszeit und Wit-terung zu richten hätte, gleichfalls wie beym Rocken,so wie es bereits oben von demselben angezeigtworden. Ist er sehr trocken und hat vollkommeneKörner, so kann man nach Beschaffenheit der Zeitund Witterung wohl drey Theke waschen, und denvierten Theil trocken darunter mengen; ist er abergelinde und unvollkommen an Körnern, so wäschtman auch wohl nur ein Drittel, und menget zweyTheile trocken darunter. Ueberdies so hat manauch Weihen, der sehr rußicht und brandicht ist:dieser verlangt, daß er ganz gewaschen werde. Ge-schieht dieses, und es ist diesjähriger, so ist er ver-muthlich zu naß zum Vermahlen geworden 5 dahertrockne man solchen wieder in etwas ab, und zwarso lange, bis man sieht, daß er noch seine gehöri-ge Nässe habe. Das Kennzeichen aber, moorausdieses einigermaßen abzunehmen ist, wenn er ander Luft und heißen Sonne etliche Stunden, aufdem Boden aber, bey etwa feuchter Luft, zwey bisdrey Tage gelegen hat, ist dieses: man nehme etli,che Körner, zermalme sie mit den Zähnen, beißter sich noch teigig, so ist er noch zu feucht; habe»aber die Körner wieder eine Festigkeit erlangt, unddieselben beißen sich etwas derb, so ist er tauglichzum Vermahlen; denn allzutrocken darf man ihnauch nicht wieder werden lassen, sonst bekommtdas Mehl nicht seine gehörige Weiße,
Ferner