298 Mühle.-
daS Getreide gewöhnlicher maßen sechsmahl auf-geschüttet wird, bey jedem wiederhohlten Aufschyttmman erst etwas mehr Schrot- als das vorhergehen-de Mahl geschehen, in die Steine laufen.läßt;zweytens werden die Steine, so oft es wieder auf-geschüttet wird, etwas mehr zusammen gelassen;dann wird nach dem Beutel gesehen, ob selbigerdas Mehl gehörig fallen läßt. Dieses ist nachder Meinung vieler eine sehr leichte Arbeit, ja manfindet Hauswirthe, ingleichen Bäcker, ferner ver-schiedene des andern Geschlechts, welche sich rüh-men, diese Kunst erlernet zu haben. Weil aberzu einer ordentlichen und gehörigen Abmahlung desGetreides eine genauere Kenntniß des ganzen Mahl-geschäftes erfordert wird, so ist das Anstellen, wennes von unkundigen Leuten geschieht, den Mählen-werken sehr oft zum großen, Nachtheil und Scha-den. Der genannte Mühlenmeister Füll mannführt darüber unter andern in seinem Buche auseigner Erfahrung ein Beyspiel an. Er sagt:.
In meinen Gesellenjahren arbeitete ich, nebstnoch zwey Gesellen, in einer Mühlenweckstatl, woacht Panzergänge befindlich waren. Auf den beydenobern Gängen daselbst mahleren zwey Bäckergesellenoder Bescheider das Getreide, welches auf die nurgemeldeten Gänge zum Aufschütten bestimmt war,für beständig ab; da nun selbige schon seit vielenJahren her diese Arbeit daselbst verrichtet hatten,so wurde ihnen auch das Anstellen der Mühlen vondem obern Mühlengesellen überlassen. Bey dieserVerrichtung hatten die Bäckergesellen aber den ÜbelnGebrauch, daß sie die Mühlsteine übermäßig zusam-menließen. Der obere Mühlengeselle hätte es zwarfüglich thun können, aber vermuthlich theils auSGefälligkeit, theils wegen nicht genügsamer Einsichtder Übeln Folgen schwieg er dazu stille.
Der Schade, den das ganze Mühlenwerk vonder ungehörigen Zujammenlassung der Mühlsteineerlitte, war dieser:
Erstlich,