Mühle. ZIZ
Autorität sehe, keine Vorwürfe verdiene und inVerachtung gerache. Wenn nun die Mahlgästeauf die Mühlen aufschütten sollen, so muß er vor-her nebst den andern Gesellen die Steine aufs be-ste schärfen, und nicht bloß obenhin, wie es oftgeschiehet, wo man denn auch, wenn etliche Schef-fel gemahlen worden find, solches nicht mehr mer-ket; denn nächst dem richtigen Gange des obernSteines oder Läufers ist eine in die Steine sauberund gehörig tief gehauene Schärfe eine der vor-züglichsten Verrichtungen, welche zu einer gutenAbmahlung des Getreides unumgänglich erfordertwerden; da im Gegentheil eine schlechte und dabeyallzufeichte Schärfe, auch bey der besten Beschaf-fenheit des übrigen Mühlcnzeuges, nach Vermah-lung etlicher Scheffel das Getreide brähheiß zer-quetschet und zermalmet. Eine solche Abmahlungdes Getreides, welche bisweilen ihren Sih in dengrößten Werkstätten findet, ist eine vorzüglicheQuelle des schlechten und nicht lange dauerndenMehls. Sind aber reisende Gesellen da, die dasSchärfen für den Obergesellen verrichten, so mußer doch dabey zugegen seyn, zu sehen, ob es auchrecht geschieht; denn wenn die Schärfe schlecht ist,so mahlet es auch nicht so, wie es wohl sollte,und diese Schuld muß er tragen, wenn der Mühl-meister nach den Mühlen sieht, und es so befindet.
Hiernächst und hierbey muß er unter der Zeit,da die Steine geschärft werden, nach dem Beutelund Räderzeuge, weil dieses seine eigne Sache ist,sehen, ob an solchen etwa was zu befestigen undauszufüttern ist, denn wenn dieses nicht in seinerOrdnung erhalten wird, so bringt er das Mehlnicht gehörig durch die Beutel. Desgleichen istder große oder Mittelbursche während der Zeit, dadie Steine geschärft werden, verbunden, das Müh-
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