Band 
Hundert und siebenter Theil, welcher die Artikel Papieradel bis Pasternak enthält.
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Parforcejagd. zoz

auch muß das Wild zum Behuf der Parforce-jagd stark geheget werden, weshalb an solchen Or-ten der Wildfraß für die Felder sehr verderblichist. Gleichwohl haben viele Fürsten und Köni-ge *) dieses Jagdvergnügen ohne Maß geliebt,und keinen Aufwand und Zeitverlust gescheuet,der dazu erforderlich war, und der reiche oderreich scheinen wollende Adel hat ihnen hierin so vielmöglich nachgeahmet, so daß dieses Vergnügen,so grausam und unnüh es an sich ist, doch einrecht vornehmes Vergnügen ist.

Zur Einrichtung einer völligen Iagdequi-pagc oder Parforcejagd müssen die Waldungenso versehen seyn, daß man allenthalben kreuhund quer durchkommen kann, nasse Flecken undBrücher werden mit Brücken und Dämmen ver-sehen, und auf den Strömen werden Floßbrü-cken, große Kahne und Fahren gehalten, damitman nöthigen Falles gleich über- und fortkom-men könne. Ferner sind hierzu erforderlich wohl-eingerichtete Häuser und Gebäude, zum Aufent-halt des Zagdcommandanten, der Jäger, Pferde,Aufseher, Bursche, und Jungen zu den Meuten,jungen und andern Hunden. An Personen ge-hören btllig zu einer völligen Equipage: ein Com-mandant, Jagdjunker, Jagdpagen, Oberjager,Oberpiqueur, PiqueurS, Besuchknechte, Hunde-bursche rc.

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') Carl IX. Kknig von Frankreich liebte die Parforcejagds» vorzüglich, daß er sich die Müde gab, seinem Lieblin-ge, dem Villeroi, eine Abhandlung davon in höchsteig-ner Person in die Feder zu dictiren, welche nach seinemTode -6ri zn Paris gedruckt wurdei und Äonig Lud-wig xi von Frankreich hing so sehr daran, daß er nochauf seinem Todbettr in seinem Zimmer tu Plessis -le«-Lours große Ratzen von Katzen hetze» ließ. Ludwig xrv,welcher auch in der Jagd etwa« außerordentliches suchte,hielt i«7l eine,Parforcejagd bey Mvnbenschein, und er-legte wirklich eine« große» Hirsch,