Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Pferd. iz

unter sich selbst Krieg zu führen. Um des Un,lerhalteS willen haben sie keine Streitigkeitenunter einander nöthig. Die Gelegenheiten, sicheine Beute abzujagen, oder ein fremdes Eigen-thum an sich zu bringen, können sich nie beyihnen ereignen. Bey fleischfressenden Thierensind dieses die gewöhnlichsten Quellen alles Zan-kes und Streites. Die Pferde hingegen lebenin einem beständigen Frieden, weil sie bey ihremeinfachen und gemäßigten Appetit, immer Naherung genug haben, um sich nicht beneiden zudürfen.

Wer dieses unwahrscheinlich finden sollte,der beobachte doch einmahl junge Füllen, dieman zusammen erziehet und heerdenweise aufdie Weide dringet, wie schmeichelhaft, wie ge-sellig sie da mit einander umgehen! Sie gebenvon ihrer Stärke und jugendlichem Feuer keinewettern Beweise, als aufmunternde Zeichen derNacheiferung Sie bemühen sich scherzend, ei-nes vor dem andern einen Vorsprung zu gewin-nen, sich selbst der Gefahr, durch einen Flußoder über einen Graben zu sehen, mulhwllligbloß zu stellen und sich dazu aufzumuntern.Die Füllen, welche bey diesen natürlichen Ue-bungen die erste Veranlassung geben, und sichallenthalben an der Smhe befinden , können un-streitig für die wüthigsten und besten, und, wennsie einmahl zahm gemacht sind, für die gelehrig-sten und folgsamsten gehalten werden.

Einige alte Schriftsteller thun der wildenPferde sowohl Erwähnung, als der Gegenden,wo sie sich aufhalten. An den Ufern des Hy«panis, hejßt es beym Herodot, findet manweiße, im nördlichen Theil Thraciens noch andrewilde Pferde, deren ganzer Körper mit fünf

Finger