Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Sie dulden höchstens nur einen Stern an derStirn, und pflegen die Pferde, welche gar nichtsWeißes an sich haben, (2ains) eben so hoch zuschätzen, als einige andere Nationen sie verach-ten. Beyde Vorurtheile, ob sie gleich einandervöllig entgegen laufen, sind vielleicht eins so we-nig, als das andere gegründet. Denn eö gibteben so vortreffliche Pferde von allen Arten derZeichnung, als prächtige Pferde, die gar keineZeichnung haben. Kann wohl ein so kleiner Un-terschied auf der Haut eines Pferdes, auf ir-gend eine Weise das Werk seines Natureisoder seiner innern Leibesbeschaffenheit seyn, daer wirklich von äußerlichen und noch dazu vonso geringen Umstanden abhänget, daß eö nichts,als eine leichte Verletzung der Haut erfordert,um einen weißen Fleck hervor zu bringen. Diespanischen Pferde tragen übrigens alle, sie mö-gen einfarbig oder gefleckt seyn, das eingebrann-te Merkmahl der Stuterey, woraus sie gekom-men, am rechten Vorderschenkel. Die gewöhnli-chen haben keinen sonderlich großen Wuchs;doch pflegt man einige von 4 Fuß und neunbis zehn Zoll anzutreffen. Oberandalusien liefert,wie man glaubt, die besten, obgleich nicht seltenetwas zu langköpsigen Pferde. Ihre übrigen sel-tenen Eigenschaften sind aber gar wohl fähig,diesen Fehler gänzlich zu verdunkeln. Man rühmtan ihnen vorzüglich den Muth, den Gehorsam,die Annehmlichkeit, den Stolz und eine geschmei-dige Biegsamkeit aller Glieder, worin sie auchden barbarischen den Vorzug streitig machen.Durch diese schätzbaren Eigenschaften haben siezum Kriege, zur Pracht und zur Reitbahn, sicheinen gegründeten Vorzug vor allen andern Pfer-den auf der Welt erworben.

Nach