Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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, Pferd. ZU

Galop nur fleißig fort lässet, wodurch sich derGebrauch der Hanken leicht verliert.

Hier entsteht die Frage, wozu es nöthigsey, ein Pferd auf die Hanken zu setzen, wennman e6 doch wieder davon entwöhnen will?Die Ursachen davon sind diese:

1) das Pferd geht, ungeachtet der Galoppverlängert wird, dennoch viel leichter und freyer,weil eS, ob es gleich nicht so stark zusammengeht, dennoch mit seinem Hintertheile weit vor,greift.

2) Es kann sich eine Gelegenheit zeigen,daß man ein Pferd in völliger Carriere parie-ren muß, wenn man ein Unglück vermeidenwill, z. B. im Kriege, oder man sieht plötzlicheine jähe Tiefe vor sich, die man in der Fernenicht beobachten konnte. Diese also nöthigeschleunige Parade kann nur ein Pferd machen,welches den Gebrauch seiner Hanken in seinerGewalt hak: denn durch die geringste Anstren-gung der Zügel geht eS zusammen, und haltsich auf seinen Hanken, da ein anderes, dasden Gebrauch der Hanken nicht kennt, sich indie Gefahr stürzt, wovon man Beyspiele ge-nug hat.

z) Der Gebrauch der Hanken verschafftdem Pferde eine richtige Anlehnung auf dasMundstück, und erhält das Maul weich undempfindlich; denn wenn es im Galop die Vor-dersätze auf die Erde zu setzen im Begriff ist, soist es auch geneigt, eine Stütze auf dem Mund,stücke zu suchen, und bey der Gelegenheit hatder Bereiter Zeit, es die Zügel empfinden zulassen, wodurch ihm die Wirkung der Stangeam besten bekannt wird, und es ihr nachgebenlernt.

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