Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
Seite
354
JPEG-Download
 

Z54 - P^d.

der prüfet und unterscheidet, zeigt dem Pferdedie Nahrungsart, die Mittel an, die seinen Kör«per nähren, die ihn heilen. Er entfernt dieseGeschöpfe von Dingen, die ihnen schädlich sind.Vermöge dieses Gefühls kennen die Pferde ihreWeide, ihr Futter und ihre Hülfsmittel, die ih-nen am ersprießlichsten sind.

Andere Nahrung lieben die Pferde, die inwilden Gestüten umherirren, im Frühjahr, an-dere im Sommer, Herkst und Winter, anderein heißen, andere in kalten Gegenden, andereim frühern, andere im mittlern, andere im ho-hen Alter. In jedem Zustande ihres Körpers,in jeder Epoche der Krankheiten, bey jeden Zu-fällen fordert ihr Instinkt andere Nahrung, dieihm Arzeney wird.

Die Oerter, welche dieß Gestüt des Mor-gens sucht, verläßt es, wenn die Sonne aufge-gangen ist. Wo es Vormittags weidet, grasetes zu Mittag nicht, und wo es sich den Nach-mittag aufhält, bleibt es weder des Abends nochdie Nacht.

Eben so verwechseln die in der Freyheitherumirrenden Pferde ihre Nabrungskräurec mitden Jahreszeiten; andere genießen sie im Som-mer, andere im Herbst, je nachdem die Stim-mung, der Hang ihres Bluts Nahrung undHeilmittel fordert.

Alle Veränderungen der Körper sind uutden Jahreszeiten verwebet. In der einen h^die Hitze, in der andern die Kälte, in der drit-ten die Nässe die Oberhand. Im Frühjahr beyZunahme der Tage und der Wärme, wird derZustand des Blutes verändert. Die Pferdwechseln ihre Haare, sie erneuen, sie verschönertsich, sie rufen einander zu, sie freuen sich, liebe