Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Z6r. Pferd.

. Wie sich eine Schaar oder Heerde ver-halt, so verhütten sich alle übrigen Heerden. Jedewählt sich ihre besondere Gegend, ihre eigenenAufenthaltsorte. Jede Unrerabcheilung machtnach den Jahren, nach dem Alter eine besonde-re Gesellschaft aus. Nur dann ist in gewissemBetracht nur eine Art von Gemeinschaft unterihnen, wenn sie gezwungen sind, sich gegen ihreFeinde zu vertheidigen.

Nach diesem Plan, in dieser Lebensweise,leben die sich selbst überlassenen Pferde zwey bisdrey Jahre fort, sind fruchtbar und gedeihen,ohne daß sich etwas Merkbares in ihrem Na-rurgange änderte. Nach dieser Zeit aber entwik-kelt sich Unruhe, Eifersucht, Liebes, und Leiden-schaflshaß. In den jungen Hengsten entstehendie Begattungsfriebe, sie wollen ihr Geschlechtfortpflanzen, und ihre Vater lassen es incht zu;diese eifern mir ihren Söhnen, sie schlag n, sieVerfolgen sie, besonders diejenigen, die nicht vonihrer Farbe, von ihrem Leiste, von ihrem TeM-prramente sind» bis sie die Heerde verlassen, undsich durch Muth und Stärke das Recht in. ei-ne andere zu treten erkaufen, oder mit einigenjungen und alten Stuten, die sie lieben, mitdenen sie in Verwandfchaft stehen, einen neuenTrupp bilden.

Zwischen den Stuten entsteht ein ähnli-cher Haß, doch ist dieser, im Allgemeinen ge-nommen, nicht so bitter, nicht so groß, als erunter den Hengsten ist. Nach Beobachtungenunterhält sich die Eifersucht der Mütter gegenihre Töchter nur his ins dritte Jahr. Bis Zsidieser Zeit erlauben sie nicht, daß weder dieVater, noch die jungen Hengste ihre Stuten-fohlen belegen dürfen. ,