Pferd. Z75
Viele Gestürsaufseher lassen sie das ersteJahr bey den Müttern im Gestüt; allein dießist weder für die jungen Thiere, noch für dieMütter gut. Am nachteiligsten ist es für denGestütöinhaber. Weil die meisten Fohlen denWinter hindurch gerade zu der Zeit, wo siedie wenigste Nahrung haben, wo sie am meistenFrost und Kalte leiden, am stärksten an ihrenMüttern saugen, so leiden sie und die Mütter;die lehrecn leiden um so mehr, weil sie in derschlechtesten Zeit bey dem wenigsten Unterhaltsich selbst, das saugende Fohlen, und das nochdngeborne erhalten müssen.
Andere wilde Thiere kommen hier in kei-nen Vergleich; sie haben theils andere Naturge,sehe, als die Pferde, theils haben sie Freyheitund leben als gänzlich uneingeschränkte Geschöp,fe, die sich cnlftrnen und verbreiten können, soweit es ihnen gefallt. Halbwilde Gestüte hinge-gen, die der Kunststeiß unterhält und umzäunt,sind gezwungene Zuchten, die auch >bey den be-sten, der Natur der Thiere angemessensten An-stalten künstlichen Gesehen unterworfen sind.
Vortheilhafter für die jungen Thiere unddie Mütter ist es, wenn die Fohlen den Win-ter hindurch im Stalle ernährt, und nur dieStuten der Freyheit überlassen werden.
Im Früjahre werden sodann die Fohlen,die ndn ein Jahr alt sind, nach den Geschlech-tern geschieden, die Stuten der halbwilden Zuchteinverleibt, und die Hengstfüllen auf einer um-schrankten Weide besonders gehütet. Zm Herbstbringt man die lehtern in den Stall zurück,und erzieht sie auf diese Weise bis inS fünfteJahr, wo sie verkauft, oder zu ihrer künftigenBestimmung aufgestallt werden.
Aa 4 Dir