38o Pferd.
Durch die Unachtsamkeit und Unwissenheit derVorgesetzten schlichen sich unvermerkt redlicheFehler in dasselbe ein, wozu noch der 1710 ein«gefallene starke Winrer kam, welche beyde Um«stände dem Gestüte sehn nachtheisig waren. Er-steres setzte den Werth' 'des Gestütes herunter;und letzterer verursachte- daß viele Sturen durchden Frost umkamen. Es wurden daher verschie-dene mit erblichen Fehlern behaftete und auch' andere wenig taugliche abgeschafft, und gegen best
- sere vertauscht. Auch wurde kein Geld gespart,die besten und tüchtigsten Hengste aus fremdenund 'weit entlegenen Landern für dieses Gestütanzuschaffen, so daß das Gestüt nach und nachin eine-bessere Verfassung kam.
Da es bey diesem Gestüte eine einmahlfestgesetzte Regel ist, den Stuten, weder imSommer noch un Winter, außer im höchstenNothfall, Futter zu reichen: so bleibt ihnennichts übrig, als im Walde und der SenneWinter und Sommer ihre Nahrung zu suchen.Man kann diese Stuten mit dem Wildeam füglichsten vergleichen, als womit sie sehevieles gemein haben, indem sie sich gleich jenem""in gewissen Rudeln oder Haufen zusammen hastteil, und sich nie trennen. In solchen Haufe»gehen sie nach allen Gegenden, doch so, daß,wohin ein Haufen seinen Gang einmahl genom-men hat, tr auch auf demselben bleibt; und so ver-läßt auch keine einzelne Stute ihren Haufen.Triebe man auch eine Stute zu einem anderirHaufen: so würde sie selbigen dennoch wiederverlassen, und sich ihrer vorigen Gesellschaft wie--der zugesellen.
Der große Umfang des lippesrken Waldes
- und die darin besiudliche gute Weide verschafft
- den