Pferd. Z99
Beschäler eigen seyn müssen, ist um so mehr be»merkenöwerth, weil der schönste und vollkommen-ste Hengst dennoch ein schlechter Beschäler seynkann. wenn ihin nähmlich die erforderlichen Ei-genschaften eines Beschälers mangeln. Z. B- Ererbte nickt, oder zeugte schlechte Füllen, welchesmöglich ist, und dergleichen mehr. Das Gegen-theil läßt sich aber nicht denken: denn ein voll-kommener Beschäler wäre auch in der Bestim-mung, wozu er die Füllen zeugen soll, selbst derbrauchbarste.
Die Eigenschaften, welche von einem Be-schäler als einem solchen erfordert werden be-treffen: I. sein Inneres, II. sein Aeußeres. Zujenem gehören i. sein Temperament; 2, ferneTugend, als Gehorsam und Frömmigkeit :c. z.seine Gesundheit; 4. sein Alter, 5. seine Zeu-Sungöfähigkeit oder wie man zu sagen pfiegr sei-ne Erblichkeit; 6. daß er von allen sich fort-pflanzenden Fehlern frey sey. Zu diesen hinge-gen zählt man: 7. seine Gestalt oder seinen Leist;8. sein Geschröte, 9. sein Haar.
Man achtet bey der Wahl eines Beschä-lers auf das Innerliche oft zu wenig, und manwundert sich, wenn die Füllen nicht so ausfal-len, wie man, der Gestalt des Beschälers nach,vermuthen konnte. Vielleicht war eine verborge-ne innerliche böse Eigenschaft der Grund, daheres sehr rathsam ist, bey einem guten Gestüte,wo es auf Zucht schöner und guter Pferde an-kommt, keine von den erwähnten Eigenschaftenaus der Acht zu lassen.
Da die Erfahrung lehrt, daß der Beschä-ler mehr zur Zeugung eines Füllens beytragtals «ine Stute: so müssen die Güte und Schön-hett als unzertrennliche Gefährten bey einem
Be-