Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Pferd. 411

Hengst durch eine übermäßige Arbeit in seinengesetzten Jahren so angestrengt ist, daß dadurchdie Galle zum Vorschein gekommen: so darfman sich nicht einen Augenblick bedenken, ihnals Beschäler anzunehmen, wenn er sonst die er-forderlichen Eigenschaften besitzt.

Nach der Untersuchung der innerlichen Ei-genschaften eines Beschälers führt uns die Ord-nung auf dessen äußerliche, und da ist desLei-stcs zuerst zu gedenken.

Den Leist xines Beschälers kann man nicht,ohne Unterschied zu machen, bestimmen. Manwill entweder Reitpferde oder Zugpferde vonihm ziehen. Im ersten Falle wird ein Beschä-ler vom Mittelschlage, im andern, ein großerBeschäler der beste seyn. Die Erfahrung lehrtinzwischen auch, daß Beschäler obgleich sie vielkleiner als vom Mittelschlage sind, wenn sie auswarmen Ländern kommen, lind mit Stuten auskalten Ländern vermischt werden, große FüllenZeugen, und daß deren Abstamm in dem zwey-en ,,i„d dritten Gliede sich wieder verkleinert.Herr von Büffon sagt: „Es ist längst ausErfahrungen bekannt, daß ?hiere sowohl alsPflanze,,,' wenn sie aus einem entfernten Him-weiostrichc in einen andern gesetzt werden, oftin kurzer Zeit, das ist, in einer geringen Zahlbon Fortpflanzungen, entweder ausarten, oderZuweilen zu größerer Vollkommenheit gelangen.Ist es aber nicht sehr begreiflich, daß die Ursa-che dieser Wirkung in nichts anderm, als inder Verschiedenheit des Himmelsstriches und derNahrung bestehen kann? Nothwendig muß derEinfluß dieser bepden Ursachen, die Pferde mitder Zeit von gewissen Zufällen oder Krankheiten,entweder ganz frey, oder auch wohl dazu fähig

machen,