Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
Seite
414
JPEG-Download
 

414 Pferd.

Man begreift es gar leicht, wenn man erwägt,daß durch die Vereinigung eines männlichen undweiblichen Thieres, die Mangel des einen unddes andern die nöthige Vergütung erhalten. Je»der Himmelsstrich ertheilet, sowohl durch denEinfluß der Nahrung, als durch seinen eignen,dem Thiere eine gewisse Bildung, woran sichimmer ein Fehler, entweder des Ueberflufseö oderdes Mangels, entdecken laßt. In einem war-men Himmelsstriche aber, würde das vielleichtim Ucberflusse seyn, woran es in einem kälternfehlte; und so muß es auch umgekehrt sich ver-halten."

„Ist es also nicht nothwendig, durch dieVereinigung gewisser Thiere aus entgegengesetztenHimmelsstrichen, das Ueberflüssige und Mangel-hafte des einen und des andern in ein besseresVerhältniß und Gleichgewicht zu setzen? Danun dasjenige in der Natur das vollkommensteseyn muß, was die wenigsten Fehler hat; daman ferner diejenigen Formen für die vollkom-mensten halten muß, woran sich die wenigsteUnförmlichkeit entdecken läßt, so ist wohl nichtsnatürlicher, als daß die Frucht zweyer Thiere,deren eines die Mängel des andern genau er-setzte, das vollkommenste Geschöpf dieser Artseyn würde. Diese Aufhebung der gegenseitige"Mangel geht aber desto bester von statten, 1?weiter die Länder von einander entfernt, oder jemehr die Himmelsstriche einander entgegengesetztsind, aus welchen man die beyden Geschlechte?solcher Thiere zusammen bringt. Das Zusam-mengesetzte, was daraus entspringt, ist alsdanndesto vollkommener, je gerader das UeberflüW?oder das Mangelhafte an der Leibesbeschaffe"*heit deö Vaters den Fehlern, öder dem Ueber-