Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
Seite
479
JPEG-Download
 

Pferd. 479

Mittelmäßige weide hat einen trockenenBoden, feines langes Graö ohne Kräuter, er-nährt die Thiere reichlich, und ist mit einemguten Flußwasser versehen

Diese Weide unterscheidet sich von der gu-ten Weide in zwei) Stücken; einmahl, weil sieein gröberes und längeres Gras hat; zweytens,Weil sich keine Kräuter darunter finden. Aufsolchen Weiden wachst das Gras im Ueberfluß,und steht dicht an einander. Man findet siehäufig im Hollsteinischen. Es ist leicht zu erach-ten, daß die Pferde auf solchen Weiden dasD?aul voller bekommen, wenn sie einmahl andie Erde beifsen, als wenn sie auf der gutenWeide viermahl anbeissen, und daß sie also ge-schwinder gefälliger werden, und sich so sattfressen, daß sie sich aus Ungemachsichkeit nieder-legen, wodurch sie trage werden. Das Gras hatviele Säfte, daher wird ihr Wachsthum sehrbefördert; aber das Fleisch, was sie ansetzen, istschwammig, und auch ihre Knochen werdennicht so dicht, sie bleiben schlaff, und wenn mansie aufstallt, werden sie mit der Druse befallen,werden mager, und müssen durch die neue Nah- ,rung eine ganz andere Natur annehmen, welchesst/ srht zurück setzt. Die besten Zeugnisse davonkönnen Cavailerieregimenter ablegen, die ihrePferde aus dem Hollsteinischen erhalten. InAnsehung des auf den Weiden benöthigtenSchattens ist hier das zu wiederholen, was imvorhergehenden gesagt wurde.

Schleckte weide hat einen zwar frucht-baren aber nassen Boden, hinlänglich hohes^ras, und ein gutes Flußwasscr.

Man stelle sich niedrige Gegenden vor, inwelchen gemeiniglich hin und wieder Verriefun

gen