Pferd.
50L
Die Beschäler bey einem halbwilden undzahmen Gestüte müssen auf einerley Art unter-halten werden. Das gewöhnliche Futter für ei»neu Beschäler ist täglich 8 Pfund Hafer, 5Pfund Heu und so viel klein geschnittenes Strohals es fressen mag; welches, da er-keine schwereArbeit verrichtet, sondern wöchentlich nur vier-mahl geritten wird, hinreichend ist.
Beschäler bey halbwilden Gestüten sowohl,als bey zahmen, werden beständig auf demStalle ernährt, und sind daher in der Unterhal-tung gleich. Man schätzt einen Beschäler, inAnsehung des Futters, den Reitpferden gleich,Und für solche ist das eben bemerkte Futter hin-reichend; wobey vorausgesetzt wird, daß die Reit-pferde nicht außerordentlich viele Arbeit thunmüssen, in welchem Falle die Portion Haferuicht hinreichen dürfte. Die Arbeit der Be-schäler ist, daß sie wöchentlich zu ihrer Bewe-gung viermahl, entweder im Reithause, oderspatzieren geritten werden, wodurch ihnen nichtdie geringste Kraft benommen wird. VielesHeu ist weder den Beschälern, noch den Reit-pferden dienlich, weil es ihnen den Leib zu seheausdehnt,^ und sie unbehülflich macht. Man hatauch bey dem vielen Heu die Absicht, den Durstdes Pferdes zu erregen, damit sie viel saufenund Leib bekommen; allein man erhalt seinenEndzweck, wenn man den Hafer mit vielemHexel vermischt, und- naß füttert: denn es istja wohl einerley, ob das Thier das Wasser sauft,oder mit dem Futter rinfrißt, da eö immer ebenso viele Feuchtigkeit in den Leib bekommt; ja, dasletzte ist um so viel besser, weil das Wasser mitdem Futter vermischt wird, und die Verdauungwehr befördert. Will man den Pferden einen
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