Pferd. 751
Die Saugfohlen stehen in Horden, wie dieSchafe, und bekommen erst, wenn sie jährig sind,Halfter, und werden angebunden. Sie werden vonihren Müttern mit 4 Monathen abgestoßen.
Da das ganze Gestüt zu Rothcnfeld nicht Platzhat, so stehen in der Grünau, eine Viertelstundevon dem Gestüte des WinterS auch 40 bis 50 Foh-len. Dieses Grünau ist ein altes Jagdschloß, dasschon Pfalzgras Otto Heinrich Anno izzc- bis 7555erbaute. Der jetzt regierende Herzog vonZwevbrü-ken hat solches einige Zeit vor dem Antritt seinerRegierung des Sommers bewohnt.
Im May werden die 4jährigen Hengstfohlen, undum Ba.tbolomäi die 4jährigen Stutenfohlen, welchenicht zur Zucht bestimmt sind, zum Marstall nachMünchen lransportirt.
Das Gestütszeichen ist C. P. oben mit einemFürstenhut. Mit diesem werden alle Gestükspferde,wenn sie z Jahre alt sind, auch die Maullhiere, aufdem linken Hintern Schenkel gebrannt.
Das ganze Gestüt steht unter den Befehlen desHerrn Ministers und Oberstallmeisters Grafen vonViereck, dessen Werk das Gestüt auch ist. An die-sen werden die monathlichen Rapports eingeschickt.
Die Aufsicht «der das Gestüt hat der GestütS-verwalter Joseph Steiner, ein braver und eifrigerMann. Er hat, außer freyem Quartier, Holz, Licht,Fourage auf ein Pferd, und einen schönen Garten,eine Besoldung von 602 Gulden. Der SrurenmeincrMathias Hcidel hak, ausser freyem Quartier, Holz,Kleidung, und etwas Getreide, 150 Gulden an Geld.Ein Kurschmidr nahmens Michel Kaderer ist auchbey dem Gestüte.
Fünf Knechte in der Livree sind bey dem Gestü-te; von diesen hat jeder monatlich 10 fl.
Die übrigen Roßwärter sind Tagelöhner. DesEommerS sind deren 15, des Winters aber 40 beydem Gestüte. Jeder hat monatlich 6 Gulden ZLÄreu«zer Lohn.
Weder Aufseher noch Knechte dürfen Rindvieh,Ziegen und Schweine, auch nicht einmahl Hühnerhalten. Für die Gestütsweiden und deren besseresWachsthum würde es nützlicher seyn, wenn dieViehzucht mit der Pferdezucht verbunden wärt, und
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