Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Pferd. 767

schön und geschickt ist, für 9 d>S 14 Sckcivcnverkauft. Sobald ein Vornehmer ein Pferdkauft, laßt er seine Pferdebcschwörer kommen,diese zünden ein großes Feuer aus den Zweigeneines gewissen Baumes an, die einen dickenDampf machen, und über diesen Rauch haltensie das Pferd bey dem Zaum, und sprechen da,bey gewisse Worte aus. Dann salben sie da«Pferd am ganzen Leibe mit einem feinen Ochle,und verwahren es 20 Tage sehr sorgfältig, da-mit es niemand sieht. Zuletzt befestigen siean seinem Halse einige mohrische Belchwörun-gen, die wie viereckig zusammen gelegte Zettelaussehen, (sie heißen bey den Negern Grigrisoder auch Gregoris) und mit rothem Leder be-deckt sind. Die Neger glauben, wenn sie dieseDinge am Halse haben, so könne ihnen nichtswidriges geschehen.

Die Buraten halten das Pferdefleisch fürden größten Leckerbissen. Sie trakliren bey ihren

Hochzeiten damit, und Pferdemilch ist das Ge-tränk.

Die Usbekischen Tartaren haben Ueberflußan Pferden. Es giht in diesem Lande auch vie-le wilde Pferde, welche die Tartarn oft mit ih-ren Habichten fangen und tödten. In dem gan-zen Lande wachst kein Gras, sondern ein gewis-ses Kraut, welches sie abfressen, und davon diePferde fett werden. Die Tartarn leben bloßvorn Fleisch, und insonderheit ist das Pferdefleischihre Lieblingsspeise. Die Vornehmen essen denKopf, und die Geringeren das Fleisch. Ihr vor-nehmstes Getränke ist Pferdemilch, wovon siesich öfters berauschen.

In der großen Tartaren machen sie bessereWürste von ihren Pferden, als von Schweinen.

Diese