Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Pferd. 779

Die Tartarn behandeln ihre Pferde unge»fahr so wie die Araber. Schon in einem Altervon 7 bis 8 Monaten werden sie durch Kinderöfters und schnell, aber doch nur auf kurzeStrecken geritten, Sie werden nach und nachabgerichtet, doch dabey aber in außerordentlicherDiät erhalten. Zum förmlichen Ritt werden sieerst in einem Alter von 6 bis 7 Jahren gebraucht.Sie werden an unglaubliche Abhärtungen undBeschwerlichkeiten gewöhnt, so z. B- reitet man2 bis z Tage ohne anzuhalten, und gibt ihnenin 4 bis Z Tagen keine weitere Nahrung, ^von 7 zu 8 Stunden eine Handvoll Krauter,Und laßt sie in 24 Stunden nicht saufen.

Ein Pariser Pferdehändler gewann durcheine Wette 40c» Louisd'orö, indem er von Pa»ris bis „ach Versailles, und von da mit demnähmlichen Pferde wieder zurück nach Paris in8c> Minuten zu reiten versprach, und diesenWeg schon in 72 Minuten vollendete, DaSPferd war ein Zweybrückcr Gestütpferd,

In mancher Gegend Sachsens ist die Vor»liebe für die Pferde selbst unter dem Bauernvol-ke so groß, daß diejenigen, welche Ochsen haltenwollen, nur mit Mühe einen Knecht bekommenkönnen.

Der Professor der Thierarzeneyschule inLondon Hcrr Colema n hat eine Art von Huf-eisen erfunden, das nur wie ein Schuh umge-legt wird, und dem Huf die völlige Berührungdes Bodens, wozu es von her Natur bestimmtist, überläßt. Auf solche Art unterbleibt das Ab-raspeln der vielen Späne des Hufes, und dasschädliche Auswirken und Brennen der Sohle,des Strahls und der Trachten — das den gan-zen natürlichen Gebrauch des Hufes zerstört,

und