86 Die Fabeln vom alten Wien.
von Andern erhielt, weit hoher vervollkommnete,) dienachdrücklichsten Anstalten getroffen, „wo ergesiegtauch zu wohne n", des Landes Reichthum in Be-schlag zu nehmen, das öffentliche und das häuslicheLeben, in ganz andere Formen zu schmieden, die freyeArmuth und wilde Freyheit, durch neue Künste undGewerbe, durch fremde Sitten und Genüsse, Be-dürfnisse irnd Gesetze, Sprache und Götter und —Abgaben , im innersten Kern umzuwühlen, Wald undFlache durch häusige Land - und Wasser-Kriegs - undFriedensstraßen zu durchschneiden, von jener glänzen-den (splendidissima) Colonie, von der A u gustader V i n d e l i k e r, am Lech, (Augusts Burg, Augs-burg) die ganze Donau herunter, mit zahllosen La-gern und Thürmen, Brückenköpfen und Castelle» zu be-säumen — und noch immer keine q u e ll e n ge-m ä ß e E r w ä h n u n g V i n d o b o n a s! — Es ist nochimmerdie, durch unfürdeukliche, von den ältesten Zeit-büchern fort und fort überlieferte Sage, Uns bekannteB i n d e n w o h n u n g an und auf den Donauhügeln.
Ein feindseliges Schicksal waltete über WiensDenkmahle aus den Römertagen. Sein Nahmeselbst, erscheint kaum auf dreyen derselben unzwei-felhaft. Die meisten und wichtigsten wurden von ver-schiedenen Alterthumsforschern (Appian, Lazius, Clu-sius , Gruter, Weffeling, Cluver rc.) verschieden, mitden folgenreichsten Auslassungen und Zusätzen gelesen.Ja Lazius selbst, las die n ä h m l i ch e Inschrift manch-mahl anders in seinen wienerischen Commenta-rien , anders in dem Werke über das römische Ge-