Band 
Erster Band.
Seite
87
JPEG-Download
 

D i e Fabeln v o m alcen W i e n. 87

meinivesen in den Siegeslanden, und in jenem, überdie Wanderungen einiger Hauptvölker. Es ist ebennicht allzurühmlich, daß mehrere dieser Überreste, seitseinen Tagen, unserer Prüfung gänzlich ver-schwunden sind; daß kaum ein Jahrhundert nachihm, schon der gelehrte Lambecius, sie nirgend mehrfinden konnte, daß somit bey des Lazius nur allzu-wohl bekannter, häufig das erlaubte Ziel und Maßüberschreitender Phantasie, nicht ganz ungegründeteBedenken gegen diejenigen dieser Steine und Inschrif-ten sich erheben konnten, deren Daseyn und Inhalt,nicht durch mehrere gelehrte Augenzeugen bekräftigetwird ? — Vindobona erscheint in den Quellen, nichtals selbstthätig eingreifend in die Geschichten des Ver-falles des ungeheuern Römerreichs. Nicht jede Mei-lensäule, nicht jeder Aschenkrug, nicht jede Münzeoder Waffe, bezeichnet ein gerade aus derselben Stät-te vorgefallenes entscheidendes Ereignis;, oder die per-sönliche Anwesenheit des Cäsars, dessen Brust - oderSinnbild die Münze, dessen Nahmen, Würden undTriumphe der ausgegrabene Stein auf sich trägt, wiegleichwohl viele Freunde des Alterthums, gavzu leicht-gläubig angenommen haben. — Wir wollen die vor-züglichsten dieser Spuren selbst vor Augen stellen unddamit den Grund legen, auf welchen gestützt, wirjene Schlüsse über Wiens Lage und Begegnisse zu zie-hen versuchen wollen, welche mit keinen erheblichenWidersprüchen ringen und jene Wahrscheinlichkeit fürsich habe», die bey so wenigen, hellen Lichtstrahlen,die in so vielfachem Dunkel möglich ist.