62 Marbod und sein Rein-
gingen sie bey Passau (Bojodurum, die Furth derBo>en ,) aus das rechte Donauufer und zerstreutensich haufenweise in den nachmahls so benannten BojerEbenen oder Bo>erwüsten, zwischen Lech und Znnund bis über die Gränzmarken Norikums und Panno-niens an den Neusiedlersee. Sehr zahlreich könnendiese Bojen kaum mehr gewesen seyn, da die Altensie schon früher einige Mahle vertilgen lassen(penitus deleti), da sie jetzt von einer großen Uber-wanderung derselben schweigen, da Marbod die Er-oberung Bojohemnms überaus schnell, wie durch einPaar kühne Märsche, durch einen kühnen Schlagvollbrachte und seine Waffen wieder rasch nach Außenzu wenden vermochte.
Über die eigentliche Zeit dieser großen Unter-nehmung Marbods spalten sich die Meinungen. —Eines dürste dennoch gewiß seyn: Nhätien und No-rikum waren noch nicht un t e r j o ch t, die römischenAdler noch nicht in jenem einzigen blutigen Sommer desJahres 14 v. Ehr. 3 o) bis an die Donau gedrungen,denn sonst >väre Marbod geradezu der Gefahr in denSchlund gerannt, um derentwillen er die alten Sitzeam Rhein und Mayn verlassen hatte! — Aber eswar auch kurz vorher, ehe die wilden Streiszügenorisch - pannonischer Stämme und der Vennonen undCamunen, die 'Heerfahrt Drusus und Tibers in jdieAlpen entschieden.
Es ist ein ehrfurchtgebiethendes Bild, das dieRömer von ihrem Widersacher Marbod entwerfen.—»Er war von mächtigem Körper und kriegerischem