Der m a rk o m a n n i sch e Krieg. 79
den Sitten jedes, dem Reiche angehörigen Volkes.— Die Kunstschatze, das Prunkgeräth, Gold undSilber des Pallastes, ja selbst die Prachtkleider unddie Juwelen der Kaiserinn Faustina wurden öffent-lich versteigert, das Danaidenfaß der Kriegscaffe zufüllen und die Noth des murrenden Volkes zu lin-dern. — Das geschwächte Heer wurde durch Sclaven,durch Gladiatoren, durch dalmatische und dardanischeRäuber (wahrscheinlich auch durch eine bedeutendeZahl von Christen) ergänzt, ja auch Germanen wi-der Germanen gekaufc.
Aquileja war von den Barbaren belagert, Opi-tergium zerstört, die Gegend ringsum verwüstet.Beyde Cäsarn , Marc- Aurel und Lucius Verus,(dieser Wüstling sehr ungerne) brachen von Rom auf.Zum Glück raffte den Letzten an Marc-Aurels Seiteein plötzlicher Schlagfluß hinweg. — Die Barbarenhatten von Aquileja abgelassen und suchten durch schleu-nigen Rückzug und durch heuchlerische Friedens- und Un-terwerfungs-Gesandtschaften aufzuhalten, zu täuschen,zu verlocken. — Gar bald entschleyerte sich der Trug.Schöne Römerheere unter Vindep und Furius Victo-rinus waren verloren in zwey großen Schlachten undwiederum erfüllte der Schrecken der Barbaren dasobere Italien. —Doch wo Marc - Aurel persönlichzugegen war, da war der Sieg. Nicht so an andernOrten: das beweiset die ungeheure Zahl der gefan-genen und in Frieden zu i 5 , zu 2o, >a zu 100,000zurückgegebenen Römer und das theure Gold, wo-mit Rom von Vielen den Frieden kaufte. — Sirmium