8o Das Hauprlager Sani uiitum.
war Anfangs das Hauptlager. Von dortaus bedrohteMarcus die nach Griechenland vorgedrungenen Bar-baren im Rücken, wendete den linken Flügel gegendie Markomannen und Quaden, die von vorne durchdie Donaufestungen in Athem gehalten wurden, drangmit dem Hauptheer auf die Jazygen, diese wind-schncllcn Reiter und sichern Bogenschützen. Selbstmitten auf der gefrornen Donau ward ihnen dasTreffen gebothen; vielmehr tausend Mahl tausendZwcykämpfe, wo der einzelne Römer zu Fuß undder einzelne Jazyge zu Roß, in allen Künsten desCircus mit einander rangen: der Römer oft auf sei-nem Schilde kämpfend, um nur Fuß zu fasten aufder spiegelglatten Eisdecke! Daß römische Kriegs-zucht solchergestalt die Natur begwälrigte, ergoßpanischen Schrecken über die Barbaren. Sie ließensich wehrlos niedermetzeln. Nun ging der Krieg tieferin Feindesland. — Marcus verlegte sein Hauvtguar-tier von Sirmium nach Carnunt r>). — D ur chdrey volle Jahre blieb nun dieses und wohlauchdas zum Übergangspunct vorzüglich geeignete V i n-dobona, der Mittelpunct aller Unternehnmngen.Nun erntete Marcus die Früchte der weisen Vorberei-tungen an der Donaugränze, der Verstärkungen deralten, der Anlegung neuer Befestigungen , der Er-theilung des Bürgerrechtes an viele Städte, derGründung n e u e r C o l on i e n, aus denen Wels undL o r ch, Ovilabis und Lauriaco, steinschristlich und ausden Jcinerarien bekannt sind. Vindobona, woMarcuS öfters geweilt, wo er, nach der Sage und