Band 
Erster Band.
Seite
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Pohlen zur Scite zu stehen; so hat im Archiv derFrankfurter - Gesellschaft zur Herausgabe der deutschenGeschichtsguellen des Mittelalters, der trefflicheRadloff, ein höchst verdächtiges slav isch es Denk-mahl, von dem Wir gleich hören werden, gar in eingermanisches umzustalten gesucht 111.3io !!— Miteben so großer Verdrehung der Buchstaben, als mit ge-zwungener Auslegung des daraus hervorgehenden Sin-nes , würde jenes vermeinte Friedensmaal aufderGold-platte, etwa also lauten: „Diese Schrift enthält die Wei-se des Vertrags: Eure Gränzen sollen reichen von derPorta Augusta bis an die Gränzen derP a n n o n i e r.Eintracht■, Friede und ewige Ruhe sey mit euch!"

Diese gelehrten Grillen könnten erheitern, siekönnten eine Inductio» auf so manche gewagte Schlüssegeben, welche philologische und etymologische Dialek-tik der Geschichte aufgedrungen hat. Der Scharfblickund die eigenthümliche Laune des größten Slavisten,unsers Dobrowsky, wird diesen Auslegungeninsgesammt sehr bald die gebührende Stelle anweisen.Inzwischen bleibt es höchst bedauerlich, daß der ge-lehrte Zwiespalt schon dadurch am Ende ist, daß jenevielbesprochene „Lamina aurea" sammt den, zugleicher Zeit mit diesem Sarge ausgegrabenen undbey Lambecius abgebildeten Alterthümer ,gänzlich verschwunden und schon seit mehrals einem halben Jahrhundert, weder im k. k. Münz-oder Anti ken ka b in e t, noch in der Schatzkam-mer auch nur eine Spur davon zu sinden ist!! —Der Maltheserpriester M a uro Orbini von Ra-