Band 
Dritter Band.
Seite
181
JPEG-Download
 

Bruderzwist und Burgcrkr i e g. 181

ob der Enns war von Albrechten bereits so ausgesaugt,daß er seiner unerhörten Vergeudung einen neuen Bornfinden mußte. Mit ungeheurer Thätigkeit hatte er ei-nen mächtigen Bund wider den Kaiser zusammenge-bracht/ den Vetter Sigmund, die Könige von Un-garn und Böhme», den Herzog Ludwig von Lands-hut/ ja sogar Sachsens Herzoge. Er betrieb bey den

beyden goldncn Bullen Friedrichs II. für Wien von I2Z7 und1247. (Urk. Buch Nro. so).

Unter Albrecht dem ersten Habsburger, unter Friedrichdem Schönen und Albrecht deut Lahmen findet sich immer wie-der der einfache Adler; gegen die Mitte LeS X IV. Jahrhunderts,auch ein Siege! mit dem Kreuze, das ebenfalls auf Mün-zen (Nro. ll) erscheint und das der einfache Adler manch-mahl alS H e r z sch i l o auf der Brust trägt. Die Inschriftist: Sigillum civium , auch civitatis, auch consulumViennensium. (Nro. 7 ). Friedrich IV. gab (eben begannendie heraldischen Farben und Beyzeichen) Wien , daS Kaiscrwap-pen, nur die Farben umgekehrt, nähmlich einen goldnenAdler mit zwey Häuptern im sch iv a r z e n Schilde und mit derKaiserkrone (Nr. g). Als Max I IS 11 den rothe» Thür merneuern liest , setzte er neben dem , mit der ReichSkrone bedecktenKaiseradler, mit dem Herzschild 0 eS Querbalkens, zur Rech.tc n eben diesen Bindenschild Österreichs,zur Linken daSAn-spruchSwappcn von Ungarn, (die altungarischen oder anjoui-schen weisien Querstrcifen im rothen Felde) unter dem erster»,daS von scineni Dater Friedrich verliehene, heutigeSt a dtw a p p cn, den gekrönten Doppeladler, unter demletzteren , den andern städtischen Schild deS w c i st e n K r e u-zes im rothen Feld. Die Idee, dast daS Wappender Hauptstadt und Burg vom Regenten ausgehe und in sei-nem Haupibestandtheile. mit dem seinigen daure und wechsle,war der Grund, ivarum im Interregnum von >7y0, WienSMagistrat nach dein Tode Josephs II. (genetisch richtig,icdoch heraldisch und p u b l i z i sti sch irrig) den Dop-peladler weglegte und bis zur Wahl Leopolds II. sich desalten, einfachen Adlers bediente.