Band 
Vierter Band.
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6 D i e Aussöhnung zu I! e u st a d t.

wirrung über Land und Leute gebracht haben, daß siekaum gewußt, wie sich daraus erretten und zu wemsich halten ? In einer so großen und volkreichen Stadtsind immer nur wenig Schuldige. Die große Mehr-zahl von ihnen oder vom Drang der Umstände fortge-rifsen. Sollen Alle büßen, was Einige verbro-chen? 'Auch ich bin vor dem Ewigen ein schwererSünder und flehe täglich zu ihm um Gnade, nichtum R e ch.t. So laßt mich denn auch durch die Thatzeigen, daß meine Macht airs Gott stamme und G n a-d e üben statt des strengen Rechtes!" — Diese Rededes Kaisers ward den Wienern durch viele Briefekund. Die Bessern siegten und es wurde eine Ge-sandtschaft der Unterwerfung und der Abbitte nachNeustadt erwählt: 70 Bürger, an ihrer Spitze derBürgermeister Friedrich Ebner, jener verwegeneHanns Kirchheimer, Jakob Storch und Velten Lieb-hart. — Die Neustädcer empfingen sie sehr übel.Die Juden waren Herzog Albrechts schmiegsanisteZwischenträger und Helfer, Kundschafter und Über-läufer aller Parteyen und der reichen Wiener Han-delsherrn und Besitzer natürliche Feinde gewesen undgegen sie auch mit selbstgeschmiedeten und selbst wie-der aufgefangenen Briefen, als verläumderische An-geber ausgetreten. Nun höhnten sie die zur Abbitteund Unterwerfung, in die Neustadt gekommenenWiener und rühmten sich weit besser zu seyn als sie!Der Kaiser nahm dieß sehr hoch und verboth jefcc fer-nere Kränkung der Abgeordneten bey schwerer Stra-fe. — Nach einigen Tagen wurden sie vor den kai-