Georg Podiebr ads letzte Tage. 3 y
Wenn zwey Männer wie Friedrich und Mathias ein-ander in nächster Nähe begegnen, so drückt das äu-ßerste Widerspiel ihres Wesens, das Siegel auf dieUnvereinbarlichkeit ihrer Ansprüche. — D i e poli-tischen Widersacher werden auch persönliche unddie Abneigung endigt nur mit dem Leben.
Am 22. März rsiyi starb König Georg,u»d der p 0 h l n i s ch e W l a d i s l a w folgte ihm aufden Thron. Friedrich fand sich im äußersten Gedrän-ge zwischen seinen eignen Rechten und den gehei-men Zusicherungen, die er bald dem Mathias, balddem Wladislaw gegeben. Eine Furcht überhohlte im-mer die andere. Auf dem Reichstage zu Regensburgward es offen kund, er habe den Iagellonen aner-kannt. Mathias wußte darob keine Gränzen seinesZorns; er gab Wladislawen und seinem Vater, demPohlenkönig Kasimir eine augenblickliche Waffenruheund warf sich auf Österreich. — Von Raab aus schick-te er seinen Fehdebrief. Die Burg Trautmannsdorfwiderstand tapfer, aber fiel. Wie vom Wirbelwindmit fortgerissen, hatte sich in wenig Tagen von derLeitha bis an den Wienerberg, Alles an'Mathias er-geben. Die wilden Völker seines Heeres drangen aufihren kleinen schnellen Rossen in alle Wälder undSchluchten, wütheten unmenschlich. In Trautmanns-dorf, Berchtholdsdorf, Feste Liechtenstein und Mödling,Schwadorf und Margarethe» legte Mathias Besatzun-gen und umgarnte Wien von allen Seiten. Vkit ein-brechender Nacht des 20. Aug. brach er aus dem La-ger auf, überrumpelte K loste r n e u b u r g, die un-