2Ü Wiens erste Belagerung durch Mathias.
tevc Stadt. Bis Mittag war auch die obere Stadtund das Schloß und der Labor am Kahlenberg, durchpanischen Schrecken in seiner Genalt; er rüstete dorteifrig bewaffnete Schiffe. Seine Starke hielt er nochimmer hinter dem Wienerberge verborgen. Eines Mor-gens stand das ganze Heer aus einmahl in Mazleins-dors. Eiserne und steinerne Kugeln flogen in alle Vor-städte und der kriegerische Lärm zog alle Aufmerksam-keit der Wiener gegen die Spinnerinn am Kreuze. In-dem fuhren die Transportschiffe von Klosterneuburgherunter, bargen sich in Inseln unk Auen, überrasch-ten und nahmen sämmtliche Donaubrücken, stelltenPosten in den obern und untern Werd (Rosiau undLeopoldstadt) und schnitten somit der Stadt jede Zu-fuhr ab. Später fiel auch Korneuburg, als seinen ta-pfern Vertheidiger, Dietrich den Enenkel, der tödt-lichc Pfeil getroffen. Somit waren beyde Donauufergänzlich in Feinds Hand.
Hakten Kleimnuth und Verrath bey allen dieseiaUnfällen eine Hauptrolle gespielt, so ersetzte jetzt desVolkes inuthvolle Treue, was seine Obern verbrochen.Alle Gaffen und Gäßchen der Vorstädte wurden ab-gegraben und verrammelt, Wall und Gräben überallhergestellt, nach den Vorrälhen Haussuchungengehal-ten , alle Überflüssigen aus der Stadt getrieben; geist-lich und weltlich, jung und alt, Mann und Weibwetteiferten in der öffentlichen Arbeit. Alles verzichte-te auf die Freyheiten seines Standes. Die Scuden-ten thaten sich ganz besonders hervor. Die Glockenschwiegen; nur die bey St. Stephan ertönte im Au-