3 oWi e n s e r si e B ela g e r u n g durch Mathias.
das übrige Land seiner Bothmaßigkeit zu unterwerfen.Er nahm Tuln und ängstigte Krems und Stein, diejedoch seinem ritterlichen Ungestüm und seinen unge-heuern Anstrengungen, die alte Bürgerrreue entge-gensetzten. „Was Wien thue, würden auch siethun", war ihre jedesmahlige Antwort und in derThat hinderte Wiens damahliges Aus-harren, den ll n t e r g a n g der h a b s b u r g i s ch e nMacht in diesen Landen und hat den schwar-zen Flecken der Belagerung der Burg ruhmvoll ge-rilgt! — Mathias hätte Friedrichen sonst gar kei-nen Frieden mehr gegönnt und ihn, so gut, wienach Linz, auch nach Regensburg und als länderlo-sen Kaiser, bis in die schwäbischen Reichsstädte ver-trieben. — Waffenmacht hatte ihm Friedrich keinemehr entgegenzusetzen. Seine Söldner stäubten aus-einander , wie sie die Ungarn nur ansichtig wurden. —Mathias ganzes Leben hac gezeigt, das; kein höheresInteresse der Christenheit oder seiner Krone je ver-mocht habe, den brausenden Strom seiner persönlichenLeidenschaften auszuhalten oder abzulenken, daß er dieeignen, wie die Nachbars-Lande von den Türken un-gestrasr verwüsten ließ, wenn die Lava seines Grimmeseven wider Podiebrad, wider Friedrich oder die Jagello-nen ihren Lauf genommen hatte. Der Osmanen gleichzei-tige Einfälle waren jetzt wohl ein Gewicht mehr indie Wagschale; aber entschieden ward es durch WiensStandhaftigkeit, daß doch noch ein, wenn auch schmäh-licher Friede zu Stande kam. (dd. Korneuburg 3 s.Nov. i. i 3 , und 18. Dezb. 1477.)