Seine standhafte Ge-g e nm e hre, 35
wegs zu einer Verbindung mit den Enkelinnen so vie-ler Kaiser und Könige. — Von mehr als einem Ar-tikel des FriedenS (insonderheit von den ungeheuernZahlungen aus dem völlig erschöpften Land,) ließ sichvorhersehen, sie würden nimmermehr gehalten werdenkönnen. Die unter der Asche lodernde Gluth des per-sönlichen Grolls konnte daher beym leisesten Lustzugwieder in verheerende Flammen auflodern.
Jene S t a n d h a st i g k e i t Wiens, die denFrieden gewonnen, war in der That, ein wich-tige r Wende punct : um so entscheidender ,als zu gleicher Zeit in Nordwest ein Glücksstern fürHabsburg aufging und in Folge dessen ein gänzlicherUmschwung im europäischen Staatensystem. Habsburghalte nicht viele, gefährlichere Gegner, als diesen Ma-thias und gerade gegenüber ihm ^gesiel eS der Vorsicht,die so oft am Land und Hause Österreich wiederkehren-de Erscheinung zu wiederhohlen, daß dem drohendstenGewitterschlag unmittelbar ein rosiger Abendhimmelfolge, daß das dunkelste U n g l ü ck, unverhofften G l ü-ckes wucherndes Samenkorn geworden sey!
Am 20. Aug. 1477 überließ verrätherische oderkopflose Zaghaftigkeit, dem Mathias Wiens llfer undBrücken und schlug es in die engen Ketten des Hun-gers. An demselben 20. Aug. 1477 vermählte sich zuGent des verhöhnten, vertriebenen Kaisers einzigerSohn, der herrliche Maximilian, mit M a r i e nder Erbtochter, des vor sieben Monathen beyNanxy von den Lorhringern und Eidgenossen erschla-genen Carl des Kühnen und gewann die durchGeschichte Wiens. 4 . Bv. l.u. r-Hefk. 3