B o n f i n' s Gemählde von Wien. 35
Buchdrucker und Gewerbsleute in sein Reich. Unterdiesen sah er auch den gelehrten Aseolitaner Anton deB o n f i n i s, i» seiner oft geschmacklosen Alter-thümlerey, in seinem Latiuicäts - Purism, in sei-ner Affeetation, alle deutschen und ungarischen Ei-gennahineu zu romanisiren, wahrlich der Mann sei-ner Zeit, in welcher Cosinus von Medicis seinemFeind Alfons von Neapel, einen eben wieder aufge-fundenen Livius zuschickte, dieser (von seinem Arz-te, der das Buch für vergiftet hielt, fruchtlos ge-warnt,) es mit Entzücken verschlang, sogleich Frie-den machte, von de» Paduanern durch eine Gesandt-schaft die r e ch t e H a n d des Livius erhielt und ihr mitallen Großen seines Reichs entgegenzog. — Vondiesem Panegyristen des Mathias haben wir ein Ge-mählde von Wien, das in Vergleichung mit je-nem seines Landsmannes Aneas S y l v i u s, unserAugenmerk verdient. — „W i e n (sagt er) gehörtgewiß unter die schönsten Städte der Barba-r e n, obgleich viele sie anAusdehnung weit übertreffen.Sie liegt in einem Halbmond an der Donau undgleich als strebte dieß mächtige Wasser, der Stadt zudesto größerer Zierde zu seyn, bildet es Werder oderInseln, darin viele schöne Gärten mit herrlichenFruchtbäumen die Bürger erlustigeu, zu Gastmahlewund zu Tänzen einladen und die Freude der Jugendsind. Die Stadtmauer hat wohl über 2 ooo Schritteund doppelte Wälle, damit das grobe Geschütz ihnendesto weniger Abbruch thue. Rings um die Wälle istkin schöner Spaziergang; auch sieht man von dort
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