56 Bonfi n' s Gemählde von Wien.
viele schone Thürme, einige ganz von Quadern uüdviereckigt, andere aus gebrannten Ziegeln mit scho-nen Gittern und Fenstern geziert und mit eisernenPförtlein versehen. Die Schußlöcher stehen 5o Schu-he hoch und fassen jedes Geschütz. In den Gräbensind mehrere Quellen und es ist leicht, sie schnell undringsum mit Wasser zu füllen. Neben den Stadt-thoren stehen große , viereckigke Thürme, haltbar ge-gen den wüthendsten Angriff. Die eigentliche Stadtliegt wie ein Palast inmitten der sie umgebenden V o r-st ä d r e, deren mehrere an Schönheit und Größe mitihr wetteifern. Betritt man die Stadt, so glaubtman nur zwischen verschiedenen Gebäuden einer un-geheuren Königsburg hin und her zu wandeln. JedeWohnung hat ihr Sehenswerthes, ihr Denkwürdi-ges; der Schaulustige kömmt gar nicht weiter. Fastjedes Haus hat seinen Hinterhof und seinen Vorhof,weice Säle, aber auch gute Winterstuben, denn vonden nahen Bergen blasen gar rauhe Winde. DieGastzimmer sind besonders schön getäfelt, herrlich ein-gerichtet und haben Qfen statt der Sommerlauben. Inalle Fenster sind Gläser eingcschnitten, vieste sehr schönbemahlt, durch Eisenstäbe gegen die Diebe beschir-met. Unter der Erde sind weite Weinkeller, heim-liche Gewölbe und viel Raum für die Verrathe derHandelsleute. Die Gewölbe über der Erde, sind denApotheken, Niederlagen, Kramläden und Miethwoh-nungen für Fremde und Einheimische gewidmet. Dieverschwenderische Pracht in Fenstern und Spiegelnübertrifft jene der Alten. In den Sälen und Som-merstuben halten sie so viele Böge!, daß der, so durch