Bonfin' s Gemählde vyn Wien. 45
lief) macht, somit das Übel, das sie tilgen wollte/ nochzäher einwurzeln laßt.
Bey der gänzlichen Unmöglichkeit, die Burg,die Hauptstadt, die Lande seiner Barer durch dieWaffen zurückzugewinnen, war der KorneuburgecFriede immer noch ein Glück für den Kaiser. Aber dieNoth, in der er sich befand, in der er von der StadtSteyer 90 Ducaten, vom Abt zu Zweltl 60 Gul-den borgte , die Forderungen seiner, wiewohl feld-flüchtigcn, doch deßhalb nicht minder habsüchtigenSöldner, der Trotz der Anhänger des Mathias, de-nen er die eingezogenen Güter zurückgeben mußte,die allgemeine, ungeheure Erschöpfung, die neuerli-chen Verwüstungen einiger böhmischen Baronen we-gen alter Forderungen (unter denen sogar ein, mitPerlen besetzter Rock zum Vorschein kam), gabenMathias überflüssigen Vorwand, neuerdings die Fa-ckel des Krieges über die unglückseligen Gefilde zuschwingen. Die Landtage zu Linz und Krems erhöh-ten die Mauthen, schlugen eine hohe Schatzsteuer aufdas ganze Land, in die sogar, (bis nun unerhört)die Dienstbothen miteingezogpn wurden. Die Steuerging großentheils ein; aber Friedrich behielt sie fürsich und gab dadurch Mathias den gerechtesten Vor-wand die Feindseligkeiten zu erneuern, wie der ihmbequeme Augenblick kam. Es ist unglaublich, jedochnur zu wahr, daß Friedrich noch nicht genug Gefah-ren und Jammer über sein Hausund über seine Landegebracht, daß sein Eigensinn neue Feinde erzwäng.Dem Hochstifte Paffau drang er seinen Vertrauten