Die Übergabe. 5?
gar« und Böhme«, Herzog zu Österreich und Schle-sien, Markgraf zu Mahren und in der Lausitz.
Mathias, der sich von den Gelehrten seines Hof-lagers so gerne dem großen Alexander vergleichen ließ,übte in den letzten Tagen dieses Jahres zu Wien ei-ne That, ähnlich derjenigen, durch die der macedo-nische Weltenstürmer an Clitus und Callisthenes inseinen Ruhm einen unauslöschlichen Flecken gebracht,Zwey Bruder aus dem mächtigen mährischen HauseBoskowitz, Reffendes berühmtem Ollmützer Bi-schofs Protas, Tobias und Jaroslam, genossenMathias vorzügliche Liebe. Den ältern Tobias sahenwir als einen strengen Stromhüther bey Mautern. Ererzwäng den Fall der beyden Reuburg dieß- und jenseitsder Donau in diesem und im vorigen Kriege. Jaros-law, jung, schön, hellen, freudigen Geistes, seinerSitte, unbestechlich, von seltner Gelehrsamkeit, warder launenvollen, von Ehrgeitz und Habsucht zugleichbeherrschten Königinn langst ein Dorn im Auge undden meisten Hofleuten eben so furchtbar durch seineGaben und durch sein schnelles Glück, als ungelegendurch seine Tugend. Jeder Verwand ihn zu stürzen,war willkommen. Als Mathias im Jänner dieses Jahrsder tapfern Gegenwehr« der schönen und geliebtenWitwe des Herrn von Ebersdorf zürnte und eben mitseinen Heeresfürsten Rath hielt, in kürzester Fristdieß widerspänstige Rest in Schutt und Trümmer zulegen, riß eine große Eisenkugel die Lehmwand derFeldhütte zusammen und fiel ohne weitem Schade»vor des Königs Füßen nieder, Niemanden fiel im er-