53 Die Übergabe.
stcn Augenblicke der im Kriege so gewöhnliche Vor-fall auf. Bald aber flüsterten Jaroslaws Feinde, demargwöhnischen Mathias ins Ohr, jenes Begegnis; seynichts weniger als Zufall, sondern ein mißglückte;-Meuchelmord und Einverständnis; mit den Feindenge-wesen. Jaroslaw habe mit der Burgfrau von Ebers-dors Briefe gewechselt, habe auch öfters Lebensmittelnach Wien einschwärzen lassen und dadurch die Be-lagerung bedeutend hinausgezogen, ja dem Mißlin-gen ausgesetzt. Der König ergrimmte, war aber dochnicht zu bewegen, einen Schritt wider Jaroslaw zuthun, sondern (was bey solchen Gemüthern das Ge-fährlichste ist) er barg das Gift der Verläumdung in sei-ne tiefste Seele, dem alten Vertrauen ein unheilba-rer Krebs. Ein Wortwechsel über einen andern Ge-genstand , brach die Schleußen des lang verhaltenenGrolles; Jaroslaw ward in den Kerker, ward auf dieFolter geworfen und bekannte in ihren Qualen Alles,was seine Feinde wünschten. Er nahm aber, wie er vonder Marterbank los war, sein Geständnis; zurück, be-theuerte mit den heiligsten Eiden seine unverletzte Treueund Dankbarkeit, betheuerte zugleich aber auch, das Hen-kcrsschwert neuer Qualen vorzuziehen. Seine Feindewaren seine Richter und sprachen den Tod über ihn.Die Kunde dessen erschütterte Mathias im Innerstenund es erwachte die alte Liebe mit junger Macht. Erließ Jaroslaw heimlich befehlen, die königliche Gnadeanzuflehen und er sey gerettet. Stolz und bitter ver-weigerte es Jaroslaw und so geschah denn seine Hin-richtung an dem Tag, als Mathias nach Ungarn zu-