74 Mathias plökl. Eintritt zu Wien.
angst, übev ihn, brach »nir Gewalt die mit Riesen-kraft geballte Faust, die fest aufeinander gebissenenZabne auf, flößte ihm Lcbcnsessenzen ein, erwärmteund rieb ihm die Glieder, öffnete die geschlossenenAugen, schrie ibm in die Ohren, — umsonst! — Dertobende Schmerz dauerte durch die ganze Nacht, bisan den lichten Morgen, dann fiel er in einen unru-higen Schlaf. Den ganzen Tag über lag er, völligmach, auf dem Rücken, den Blick durchdringend baldauf die Königinn, bald auf den Sohn seines Herzens,bald auf die Bischöfe und Grossen geheftet und oftmit der äußersten Anstrengung, aber immer vergeblichversuchend, über die theuersten Angelegenheiten seinesHauses und seines Reiches zu sprechen, weshalb ihnauch die Konigin» oft und ängstlich befragte? Nur ver«-stand man aus einigen Bewegungen seiner schmerzvol-len llngeduld, Zeichen der Reue und daß er sich mitseinem ewigen Richter beschäftige. Gegen Abend tratwieder dasselbe unruhige Hinschlummern ein. Derdritte Tag, der Chardienstag, war von den Sterndeu-tern gefürchtet. „Der Lieblingssohn des Via rs, werdeam Tag, und in der Stunde des M a r s verscheiden,die ihm gefährlich seyen, als der im Monath Martiusgeboren"! — Zwischen 7 und 8 Uhr früh endigte end-lich der harte Kamps. — Die Donau trat in derStunde seines Todes aus ihren llfern. Die Löwendes königlichen Schloßgartens starben alle. Die Ra-ben des (corvinischcn Geschlechtes Abzeichen) flogen allemit schauderhaftem Gekrächze von dem- nun verwaisten