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Vierter Band.
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D i e Landplagen und Seuchen 81

an der Oder und jene von Wittembcrg, aus welcherbald darauf Luther erstand. — Das Volk sprach, dasllbc! sey aus dem, durch Portugiesen und Spanierneucntdeckten Westen herüber gekommen, in gräßlichemAustausch gegen das, ihnen von den Europäern mit-gebrachte Blatterngift und zur Rache der Grnuel, dieunmenschlicher Golddurst unter dem heuchlerische» Deck-mantel der Ausbreitung des Christenthums, an denarmen Wilden verübt. — Aber Columbus war vonseiner zweyten Reise nach Amerika noch nicht zurückund noch hatte kein Spanier, Neapel betreten, alsdas Übel eben daselbst unter dem Heer, womit der Fran-zosenKonig, Carl VIII. Neapel erobert (1494—1498)furchtbar um sich griff und in wenigen Wochen voneinem Ende des Welrtheils zum andern flog. — Wahr-scheinlicher kam dieses Gift, wie jenes der Pocken,aus dem heißesten Afrika und durch den portugiesischenGuinea-Handel nach Italien. — Zu Wien erklärtendie Ärzte, am Ende ihrer Kunst zu seyn. Die,meisteLinderung schafften noch die Wundärzte durch Baderund Salben; wie denn überhaupt die Wiener Apothe-ken damahls eines vorzüglichen Rufes genossen. Eineinziger Arzt, BartholmaS t e b er, ofcDecan seinerFacultat und in Mathias Todesjahre Rector, zürntedarob, daß es hieß, diese Krankheit spotte der Heil-kunde, schrieb kühn, was sie sey und was sie nicht seyund wie uncer andern die Vereinigung der Planetendieß Urtheil hervorgerufen? — Ein Weinhaucr beyKrems fand in seinem Weinberg eine neue Quelle desreinste» Wassers. Zufällig tranken einige, von der<Äcsch>chle Wiens. 4 . Bd. 1.11. r> Heft. 6