84 . Carl VIII. in Italien.
der Sforza durch jene Heirath, durch seine hohen Be-griffe von der, leider immer tiefer sinkenden Kaiser-würde , durch seinen Haß wider Frankreich und wi-der die Person Carl's VIII. vermocht, ihn mit May-land zu belehnen und an den Angelegenheiten Ita-liens gewaffneten Antheil zu nehmen. *
Nach dem Tode Mariens, der Erbtochtervon Burgund (»482), wollte sich Maximilian,Annen, die E r b t 0 ch t e r von Bretagne ver-mahlen. Er hatte hierdurch Frankreich wider Frank-reich bewaffnet, den König zu ähnlicher Unbedeutend-heit, wie den deutschen Kaiser hcrabgedrückt und dasSchauspiel wicderhohlt, daß einst der Normandie stol-zer Herzog, zugleich König von England wurde, durchdie von Ludwig dem VII. verstoßne Eleonore, nochGuyenne und Poitou dazu erheirathete und in Frank-reich weit mächtiger ward, als der Königselbst! — Carl VIII. ließ die, unserm Mar bereitsdurch Procuratio» angetraute Anna von Bretagne aufder Reise mit Gewalt entführen und vermählte sichselbst mit ihr (6. December istgi). Ganz Deutschlandschrie über den unerhörten Frevel; Hülfe aber bewillig-ten die Fürsten nicht. Kaum beschwichtigte Mazimili-an in der Folge durch unsägliche Geduld und durch dasedelste Selbstvergessen,die Gräuel des Faustrechtsundder Selbsthülse durch den, auf dem glänzenden Tagezu Worms (7. August 149b) verkündigten allge-meinen Landfrieden und das neue Kam m e r-g e r i ch t.
Die Eroberung N e a p e l s d »r ch Carl